Deutsche Soldaten meutern in Beirut – Der Zustand des Bundesheeres
Kaum sind die Wahlen vorbei beginnt das Gezerre unter den Politikern darum wer den Nichtwählerauftrag die nächsten, im besten Fall 5 Jahre ausführen darf.
Eine belanglose Nachricht zu einer scheinbar erneuten moralischen Entgleisung in der Bundeswehr zeigt nicht nur, wie schlecht es um die politische Führung in diesem Land gestellt ist.
Mehr noch zeigt dieser Beitrag, wer die Führung dieses Landes nachwievor innehat.

Kolumne zur „Meuterei“ deutscher Soldaten im Hafen von Beirut
http://www.steinfeld-online.de/kolumne/kolumne31.htm

Im Folgenden der Text für den Fall, dass dieser geniale nüchterne Beitrag aus dem Netz genommen werden sollte.


Good morning STEINFELD !
Kolumne zum Wochenbeginn
Numero 31
“Hier wohnen die Mongos !”
schrieben vier Obermaate ihrem Bootsmann auf die nackte Haut.
Das ist eine Sauerei, zumal es sich beim Ausdruck „Mongo“ um ein übles Schimpfwort handelt,
mit dem früher wie heute Asiaten, vorrangig aber Menschen mit Down Syndrom,
belegt wurden und werden.

Zuvor allerdings, so die Legende,
hat der Bootsmann der Bundesmarine die vier mit der Formulierung
„Hier schlafen die Mongos !“ befehlsweise in ihre Kojen verwiesen.

Eigentlich ist das eine Meldung aus Militärkreisen
die unter der Rubrik – Wen interessiert so`n Scheiß !- verbucht werden könnte.
Geht aber nicht, weil unser guter Bootsmann migrationstechnisch vorbelastet ist.
Er hat thailändische Wurzeln.
Dies, in Zusammenhang mit moderner Kommunikationstechnik in dem überbordenden Mitteilungsbedürfnis
einiger mit der Angelegenheit befassten „Kameraden“, brachte die Sache an die Öffentlichkeit.
Sofort kann, darf und muss reflexartig über einen rassistischen Hintergrund spekuliert werden,
wie immer.
Finster, finster !

Ich persönlich finde daran etwas anderes wirklich finster !

Was ist eigentlich mit der Befehlsstruktur bei der Truppe ?
Vier Maate nehmen sich ihren direkten Vorgesetzten zur Brust !
Was ist das denn für eine elende Sauerei, verdammt noch mal ?
Wie kann das denn passieren ?
Haben die Burschen keinen Schiffszwieback gekriegt ?
War das Wasser faulig oder wurde die wöchentliche Rumration gekürzt ?
Nicht ?

Dann sind wir dort wohl auch nicht auf der „Bounty“,
der Kapitän ist nicht William Bligh und das Schiff segelt nicht für die Admiralität ihrer Majestät.
Dort wäre derlei nämlich Meuterei und die vier wären an der Rahnock aufgeknüpft worden,
mindestens aber hätte man sie kielgeholt.

Der Angriff auf einen Vorgesetzten ist das schlimmste anzunehmende Vergehen
und auf „Augenhöhe“ mit Befehlsverweigerung.
Was ist das eigentlich für eine Armee, in der man seinen Vorgesetzten mal eben auf den Tisch schnallt
und ihm das Fell beschmiert ?

Könnte es sein, dass Teilen der Truppe nicht ganz klar ist,
welche Bedeutung Dienstgrade und –Ränge haben und könnte das nicht auch mit daran liegen,
dass die durchgegenderte Öffentlichkeit keinen blassen Schimmer hat, was eine Befehlskette ist
und saublöd in die Truppe reinlabert ?

Beim Militär geben Vorgesetzte Untergebenen Befehle.
Diese sind zu befolgen !
Wie soll das funktionieren, wenn ich dem Vorgesetzten zuvor den Sack bemalt habe
und der mir anschließend befiehlt, unter Feindbeschuss einen Hügel zu stürmen,
mit der Aussicht, getroffen zu werden ?

Nun könnte man sagen: „Cool down, Alter !
Ist doch eh nur ne bewaffnete Laienspielgruppe, die durch die Welt reist,
um sich die zweitschönsten Urlaubsdestinations reinzuziehen.“

Sehe ich anders !

Wir schicken unsere Jungs, meilenweit entfernt vom Grundgesetz, in die Welt,
um unsere vorrangig geopolitischen und wirtschaftlichen Interessen zu schützen und/oder durchzusetzen.

Beispiel Kanonenboote im Mittelmeer.
Dort sind wir nur, damit wir Israel helfen – Geopolitik.

Beispiel Mali.
Dort helfen wir Frankreich, seinen Zugriff auf die Uranminen im Norden des Tschad zu sichern,
damit im Louvre das Licht nicht ausgeht - Wirtschaftspolitik.

Beispiel Afghanistan.
Was war da noch mal ? Und überhaupt, was für`n „stan“ ?

Beispiel Somalia.
Handelsrouten sichern !

Außer dem aus meiner unmaßgeblichen Sicht recht konstruiertem Bündnisfall Türkei,
kann ich auch mit allerbestem Willen nicht erkennen,
wie diese Einsätze mit dem Grundgesetz oder der NATO-Mitgliedschaft in Einklang zu bringen sind,
aber ich bin ja in meinen diesbezüglichen Möglichkeiten beschränkt.

Dennoch glaube ich die zutreffenden Passagen unserer Notverfassung so verstanden zu haben,
dass die Bundeswehr ausschließlich zur territorialen Landesverteidigung einzusetzen ist.

Insofern kann ich auch Soldaten und ihre Angehörigen verstehen,
die vor dem Hintergrund dieser Mauscheleien, Unklarheiten und politischen Winkelzüge
(kein Krieg, ein bisschen Krieg, Friedenseinsatz, Unterstützungsmission)
mal der Kragen platzt und sie fragen, wie dass denn so weitergehen soll,
mit den globalen Dauereinsätzen der Bundeswehr.

Möglicherweise hatten ja die Soldaten einen Blick ins GG riskiert
bevor sie sich für den Dienst am Vaterland verpflichteten und müssen nun feststellen,
dass sie zunehmend am Arsch der Welt Globalinteressen einer Macht erfüllen,
die für sie und andere noch nicht mal definierbar ist.

Nur unsere Politiker, sogar ein sonst so besonnener wie der Verteidigungsminister
scheinen den Verfassungsauftrag der „Truppe“
eventuell ein ganz klein bisschen aus dem Auge verloren zu haben.
Anders kann ich mir sein Geblaffe in Richtung lesekundiger Soldatenfrauen nicht erklären.

Für mich sind beide Probleme die gleiche Seite der Medaille.
Eine Armee kann nur mit Klarheit in Struktur, Auftrag und Einbindung funktionieren.

Will man globale Interessenschutzeinsätze, dann nehme man eine schlagkräftige Söldnerarmee,
die man dann aber immer besser entlohnen muss als jene es können,
gegen die man sie einzusetzen gedenkt.

Will man Landesverteidigung im territorialen Sinne,
nehme man ein Verfassungsheer aus dienstverpflichteten Bürgern.
Denen muss man dann aber klar und eindeutig Sinn und Notwendigkeit dieser Armee
in der Mitte eines friedlichen Europas erklären.

Will man eine Bündnisarmee, braucht man ein solches mit klar definierten Umrissen und Zielen.

Irgendwann müssen wir uns entscheiden:
Rumschubstruppe an der jeder mal rumnörgeln darf oder schlagkräftige, disziplinierte Einheit
zur Untermalung nationaler bzw. großeuropäischer Interessen.

Nicht unsere Soldaten sind nach „Anerkennung und Wertschätzung gierende“ Heulsusen,
wie es ihr Minister so eloquent formulierte,
nein unsere selbstsüchtigen Politiker machen unsere Soldaten immer wieder
zum Spielball ihrer Feigheit und Eitelkeit !

Mit diesem politischen Personal wird sich aber nichts ändern !

Have a nice week !

M. Eckart ocs

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m. sastre, 24. Sep 13
Dere Artikel trifft so manchen Nagel auf den Kopf. Eine in Jahrzehnten durch beständige Einflussnahme politischer und gesellschaftlicher Akteure"zivilisierte" Armee, eine bewaffnete Bürokratie in Uniform kaum noch an die Notwendigkeiten der erfolgreichen Kriegsführung orientiert, soll nun in einer kaum noch überschaubaren Fülle an Einsätzen unter fragwürdigen Voraussetzungen für eine politische Führung die Kastanien aus dem Feuer holen. Das kann auf Dauer nicht gutgehen. Die Teilüberschrift "Der Zustand des Bundesheeres" kann aber in dem Fall nicht ganz stimmen. Wenn überhaupt, geht es doch im konkreten Fall um die Bundesmarine. Der Begriff Bundesheer wäre auch in Bezug auf das deutsche Heer missverständlich, da dieser Begriff vormehmlich in Österreich Verwendung findet und dort die Streitkräfte allgemein bezeichnet, sozusagen als Pendant der deutschen Bundeswehr.

nr.1, 25. Sep 13
Sicherlich betrifft der Fall die Marine, aber den Zustand als solches findet sich man in der gesamten Bundeswehr wieder.

muendig, 17. Nov 13
Wenn der Hormonstau bei Männern in einem „Gehege“ zu überdimensional wird, dann wird der Mensch (Mann) zum Tier.

Dann gilt Hierarchie-denken und wie im Wolfsrudel machen die einen den Obermacker, andere werden zum Tretschemel benutzt.
Schlimmer sind die Mitmacher/Mitläufer, denn ohne Publikum wäre der auch noch so hohe Hierarchie-Rang ohne Reiz.
Obermackertum lebt nun mal von der Anerkennung der Unmündigen.